Knochenmetastasen

Die Knochenmetastasen können aus sich entwickelndem Knochenkrebs heraus entstehen, oder aber über Zellen, die von einem bereits im Körper vorhandenen Tumor in die Knochen ausgesendet werden.

Im Körper vorhandene Krebszellen versuchen sich dem gesunden Gewebezellen gegenüber einen Vorteil zu verschaffen. Der Tumor bildet ein eigenes System von den Blutgefäßen ausgehend, über dieses erfolgt eine bessere Versorgung der Krebszellen, aber auch eine schnelle Verteilung der Krebszellen in den gesamten Körper. Die Grundlagen der Metastasenbildung werden derzeit erforscht, sind aber noch nicht komplett in allen Einzelheiten entschlüsselt. Einige der abgesandten Zellen beginnen sofort zu wachsen und bilden Mikrometastasen. Andere können über Jahre still im Organ oder Knochen verweilen und bilden dann erst Metastasen.

Für Metastasen in den Knochen sind zu 90% verantwortlich:

  • Lungenkarzinom
  •  Prostatkarzinom
  • Brustkarzinome
  • Nierenkarzinome
  • Schilddrüsenkarzinome

Diese fünf Krebsarten metastasieren am häufigsten in die Knochen. Grundlegend kann jeder bösartige Krebs Knochenmetastasen ausbilden, doch aufgrund des Blutabflusses dieser Organe in das Skelett häufen sich die Metastasen in den Knochen.

Das Skelett eines gesunden Menschens wird im Jahr zu 8% erneuert.

Knochenabbau und Knochenneubildung sind bei dem Umbauprozess eng miteinander verflochten. Dieses Gleichgewicht ist durch den ungebremsten Wachstum der Knochenmetastasen gestört und auch die Funktion des Knochen ist stark vermindert.Knochenmetastasen sind kein KnochenkrebsBei Knochenkrebs entarten Knochenzellen und bilden Tumorgewebe aus. Durch die Veränderung des Knochengewebe treten Beschwerden auf. Diese können wenige Wochen nach dem Einschwemmen der Tumorzellen auftreten oder erst Jahre später. Die häufigsten Beschwerden sind starke Schmerzen und eine Instabilität der Knochen, die Knochenbrüche begünstigt. Aber auch die Blutbildung kann beeinflusst werden, wenn das Knochenmark betroffen ist.

Nachgewiesen werden Knochenmetastasen durch radiologische Untersuchungen, wie zum Beispiel Röntgen, Magnetresonanztomografie, Computertomografie oder Knochenszintigrafie.
Knochenmetastasen können Knochengewebe abbauen oder durch Bildung ein Geschwulst aus instabiler Knochensubstanz aufbauen. Um genau zu bestimmen, wie der Knochen geschädigt wird, werden mehrere der genannten Verfahren eingesetzt. Mit einer Knochenbiopsie kann genau bestimmt werden, wie der Zustand der Knochensubstanz ist.

Bisher angewandte Therapieformen haben das Ziel, den Knochen zu stärken und vorhandene Knochenschmerzen zu lindern. Bereits betroffene Knochenstücke können durch eine OP entfernt werden. Dabei wird zusätzlich ein Stück des nicht geschädigten Knochen mit entfernt, damit sicher gestellt wird, dass die Knochenmetastasen nicht wieder auftreten. Sollte nur in einer kleinen Region der Nachweis von Metastasen möglich sein, ist eine Strahlentherapie sinnvoll. Diese verhindert den Wachstum der Krebszellen bzw. zerstört diese durch hochenergetische Röntgenstrahlen. Sobald aber die Metastasen den ganzen Körper oder viele Knochenabschnitte befallen haben, ist die Chemotherapie wirksam. Dabei werden die Krebszellen durch Chemotherapeutika zerstört, die als Spritze, Tablette oder Infusion verabreicht werden können. Eine weitere, sehr bewährte Möglichkeit ist die Bisphosphonat-Therapie. Bisphosphonate wirken an der vom Umbauprozess betroffenen Knochenoberfläche. Dabei wird der Umbauprozess von der Knochenoberfläche ins Knocheninnere verlegt. Nach abgeschlossener Therapie können die Bisphosphonate präventiv verabreicht werden, um den Knochen zu schützen und neue Schäden zu vermeiden. Die Schmerzen werden gelindert, der Wirkstoff hat keine Nebenwirkungen und wirkt nur direkt am Knochen, außerdem wird die Entstehung von neuen Knochenmetastase nachweislich verhindert.

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